Ludwig Meidners Erbe

Ludwig Meidners Sohn David kehrte, im Gegensatz zu seinem Vater, niemals nach Deutschland zurück. Er verbrachte sein Leben in einem religiösen Kibbuz in Israel, wo auch die Nachlässe von Ludwig und Else Meidner für einige Zeit aufbewahrt wurden. Wir sprachen mit Shlomo Samson, dem ehemaligen Sekretär des Kibbuz.

Shlomo Samson

David Meidner hatte ein herzliches Verhältnis zu seiner Mutter, mit der er lange Briefe wechselte. Seinem Vater hingegen stand er sehr reserviert gegenüber, mutmaßlich, weil dieser schon nach kurzer Zeit ins „Land der Täter“ zurückkehrte. Auf Lebenszeit weigerte er sich, über Ludwig Meidner zu sprechen.

Dennoch war nach jüdischem Recht er der Erbe seines Vaters, nicht etwa Else Meidner. Ludwigs Nachlass ging also in den Besitz des Kibbuz Schluchot in Israel über, genauso wie später der Nachlass von Else Meidner. Als Sekretär des Kibbuz bemühte Shlomo Samson sich um die Aufarbeitung der Familiengeschichte und betreute den Verkauf der Nachlässe nach Deutschland.

Nach dem Verkauf ließ seine Faszination für die Künstlerfamilie nicht nach; mithilfe der Briefe aus dem Nachlass verschaffte er sich ein umfassendes Bild vom Leben der Meidners. Noch heute lebt er hochbetagt im Kibbuz, wo wir ihn für unser Projekt interviewen durften:

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